Kategorie: Unsere Wanderung

Tag 13 – 14 km von Steigra nach Nebra (Unstrut)

Es war dann doch eine ruhige Nacht. Am Abend waren wir auch kurz da, bei den Pfingstjungs, und haben uns bei den Pfingstmädels was zu essen geholt. Und da wir nicht in Berlin sind, ging das Ganze (ohne uns) gesittet vor Morgengrauen zu Ende. 😉Da sind wir nämlich aufgestanden und fanden die ‚Partylokation‘ schon verlassen vor.

Wir sind so früh los, weil es kein Frühstück im Motel vor 8.00Uhr, keinen Kaffeeautomaten und keine Sitzgelegenheit zum Tee kochen gab. (Nur Parkplatz voll geparkt). Wir wussten aber, dass die nächste (und einzige) Möglichkeit für ein Brötchen in Wetzendorf (4,5km entfernt) war. Also los!

Bald schon ganz nah- das riesige Viadukt vor Augen-verliert sich der Wanderweg im Nirgendwo und ein kleines Abenteuer kündigt sich an. Gras und Büsche und alles dran und drum herum noch taunass, dafür aber knie- bis hüfthoch und schier undurchdringlich. Für uns.

Nicht für die Rehe, die da wohnen. Einige springen lässig vor uns her – und davon – ins weitere Unterholz, wo sie dann ein paar mal bellen: wir haben sie erschreckt.

Für uns geht nix weiter hier, in den Karsdorfer Hängen, und wir müssen uns zurück zur Straße wurschteln. Großer Mann mit großem Hund hilft uns den weiteren Weg zum Dorf zu finden, und nachdem wir über die Unstrut-Brücke 🥾🥾 sind, finden wir auch bald die kleine Bäckerei.

Die freundliche Verkäuferin kann keinen Kaffee offerieren und versichert uns, durchaus mitfühlend, was wir ohnehin wussten, nämlich, dass es im Umkreis von ??? (zuvielen!!) Km kein Cafe, kein Gasthaus, kein Edeka oder, oder gibt. Wir schauen etwas bedröppelt in die sehr übersichtliche Auslage und kaufen schließlich die letzten beiden Brezeln.

Mit denen verziehen wir uns zum Feuerwehrhaus, weils da ne Steinmauer gibt zum draufsitzen. ‚Noa bei‘ im ehemaligen Löschteich quaken die 🐸 🐸. Ich würde ja zugern nochmal einen sehen-aber JEDESMAL, wenn ich mich IRGENDEINEM Gequake nähere, verstummt die ganze Bande. Hat Jmd. eine Erklärung dafür? Ich rätsele darüber seit Langem.

Nach Froschteich erwarten uns wieder einige öde km – diesmal größtenteils bergauf. Der Stich (ca. 5km) nennt sich Weinberg. 😳

Mehr Informationen zum NSG Karsdorf

Irgendwann geht’s durch eine sehr schöne Gartenkolonie zu (Tusch!!!) Edeka – in Nebra. Wir decken uns, der Erfahrung geschuldet, mit allem möglichen zum Essen und Trinken ein:
morgen und ümorgen ist Pfingsten!

Angenehm überrascht sind wir über die tolle Unterkunft, in der wir nächtigen werden. Ein freundlicher Empfang, eine geschmackvolle Einrichtung und ein wunderbarer Außenbereich (mit Pool im Poolhäuschen) komplettieren unser Wohlbefinden.

Erstmal Kaffee und Tee in der Gemeinschaftsküche gekocht, dann sitzen wir draußen in der Sonne im Garten und freuen uns des Lebens.

Aber klar doch: dann Blog😉

Tag 12 – 22 km von Merseburg-Braunsbedra nach Steigra

Heute oh Schreck: Handy-Calamitäten😱

Warum, weshalb, wieso mein Handy heute den GANZEN TAG den Geist aufgab- KEINE AHNUNG! Heute abend alles wieder ok. 😳
Will sagen: wenn ich hier was durcheinander bringe, dann ist 📲 schuld! (Kontrollverlust🙄)

Als wir von Braunsbebra kommend am Geiseltalsee ankommen, da funktionierte es noch.

Der Geiseltalsee ist mit 19 qkm der größte künstliche See in Deutschland. Er entstand im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal. Genug gelernt für heute😉

Wir wandern lange Zeit immer in unmittelbarer Nähe des Sees entlang auf einem Fahrrad/Fußgänger- Weg. Rechts das Plätschern eines gar nicht so kleinen Bachs im Ohr, und zu beiden Seiten sprießendes, blühendes und treibendes, von der Sonne beschienen und an manchen Stellen zusätzlich vom Geschrei der Wasservögel unter- oder übermalt. Ein sehr schöner und entspannter Weg (noch wenig Radfahrer/innen on the road), wir genießen die Sonne und 20 Grad-war es doch gestern recht kühl.

In Mücheln hätten wir gern ein Päuschen in einem Gasthof gemacht, aber Fehlanzeige. Außer einer „Döneria“, die nur Bringdienst anbietet, war dort versorgungstechnisch tote Hose. Das fällt leider immer wieder auf: Das fehlende gastronomische Angebot im Osten des Landes. Es gibt einfach ganz oft garnix.

Am ehemaligen Gasthof „Zum Schäfchen“

Aber Sehenswertes gibt es GSD immer wieder.

In St Micheln liegt direkt an der Strecke die „Kreativmühle“ mit laufendem Mühlrad. Die Gutsmühle wurde im Jahre 1868 an Stelle einer ehemaligen Pulvermühle erbaut. Sie war bis 1933 in Betrieb, danach lieferte sie nur noch Wasser für das Gut.
Heute sind dort auch Ferienwohnungen zu buchen. Nicht ganz billig, all die Romantik.


Über die Kreativmüle

Leider ging ab St. Micheln der Weg allzu bald in eine elendig öde Strecke über: Schnurgerade Kopfsteinpflasterstraße von Anno Tobak mit feinem Schotter an den Rändern. 🙄

Oh- das sieht aber deutlich schöner aus, als ich es in Erinnerung hab.

Bundesstraße 180 ist aber auch ohne Foto nicht zu topen. Da mussten wir ca.2 km entlang bis zu unsrer Unterkunft.


Diese beiden haben uns beschützt 😉

Die „Pfingstburschen“ aus Steigra feiern heute unmittelbar gegenüber unsrem Motel nach Pfingsten hinein- Grill und Würstchen und Freibier für Alle- es könnte heute länger dauern.🎈
Gehen gleich mal rüber.

Tag 11 – In Merseburg auf Spuren der Geschichte

Moni hat eine glückliche Hand bei den Buchungen unserer Unterkünfte, das zeigte sich schon häufig. Mit der Lage unserer Unterkunft in Merseburg – die Pension Rosental – hat sie aber voll ins Schwarze getroffen: Die Pension liegt nur 200 m vom Schloss und Dom entfernt. Alle historischen Gebäude gruppieren sich um dieses Ensemble.

Dom und Domkapitel

Merseburg ist eine der ältesten Städte Mitteldeutschlands. Die Stadt an der Saale ist vor allem für ihr kulturhistorisches Erbe wie die Merseburger Zaubersprüche oder das Dom- und Schloss- Ensemble bekannt.

Schlosshof

Gegründet wurde Merseburg um das Jahr 900. Die Ersterwähnung im 9. Jahrhundert als „Mersiburc civitas“ weist auf eine bereits vorhandene befestigte Ansiedlung hin. Tatsächlich lassen sich seit der Jungsteinzeit anhaltende Besiedelungen nachweisen.

Der Schlossgarten-Salon

Durch die Gründung des Bistums Merseburg im Jahre 968 durch König Otto I. bis zur Reformationszeit war Merseburg ein bedeutendes religiöses Zentrum.

Dom zu Merseburg

Merseburg ist Fund- und Aufbewahrungsort der aus dem 9./10. Jahrhundert stammenden Merseburger Zaubersprüche.

Merseburger Zaubersprüche

Auch sehr bekannt ist die Merseburger Rabensage. Sieht man/frau jedoch die kümmerliche Voliere, in der die Raben unterbracht sind und die traurig auf dem Boden kauernden Vögel, sollte diese Tradition schleunigst beendet werden….

Die Merseburger Raben

Neben dem Schlossensemble gibt es in Merseburg auch anderes zu sehen.

Blick auf die Saale

Spiegelungen

Schloss und Dom

Und auch etwas Kunst wird im Skulpturenpark gezeigt.

Die Merseburger Venus von Jan Thomas

Wer mehr über den Park erfahren möchte: Hier der Link.

Tag 10 – 28 km von Halle nach Merseburg

Das war ein Ritt, den wir heute hinter uns brachten. Ich muss gestehen, dass ich rund 4 km davon auf meine Kappe nehmen muss. Ich habe mich verfranzt und bis ich auf den Routenplaner schaute, war es schon passiert. Nun ja, Moni nahm es gelassen, ich ärgerte mich eine ganze Weile, bis die schöne Strecke den Frust vertrieb. Wie es dann weiterging, berichtet Moni:

..war gar nicht so schlimm und zum Trost konnte Herbert dann gleich 2mal an der Stätte seines Hasses😉-dem Gewerbegebiet- vorbei FAHREN- (anstelle 🥾🥾) mit dem Bus! Hinter Halle ersteckt sich nämlich ein sogenannter Star Park, 2021 erstellt, voll belegt, ultra hässlich und Milljunen ha ins Land rein.
Nix wie weg da- und dann wirds auch wieder leiser und grüner.

Wir folgen dem Weg, oft begleitet von der Reine, einem kleinen Flüsschen, durch weitläufige Auen mit altem Baumbestand. Manche (Bäume) so ‚zerfetzt‘, dass wir uns wundern, wie sie immer noch stehen können und austreiben. Die Erle auf dem Foto ist auch eigentlich nur noch höchstens ein Drittel ‚ihrer selbst‘, was den Stamm betrifft.

Wir durchwandern einige kleine Dörfchen, und, wie schon auf unsrer tour 2020, erleben wir den Verfall ganzer Häuserzeilen als eine große Sauerei und als ein trauriges Bild für Spekulationen, Missmanagement und Verwahrlosung. Wir ersparen Euch die Bilder, und richten unsren und Euern Blick doch lieber auf die Schönheiten des ärmsten Bundeslands Deutschlands.

Und wandern weiter. Auf der Suche nach (stabilen) Bänken werden wir in einem 1000 Seelen Dorf fündig, entdecken eine kleine Sternwarte, ein historisches Planetarium und beim googeln nach mehr Info diese tolle Sache- nicht nur für Kinder.

https://planetarium-kanena.de/

Überhaupt werden Kinder in Kanena wohl sehr geachtet. Es gibt auch einen sehr idyllischen, großen Kinderbauernhof.

https://www.kinderbauernhof-kanena.de/ueber-uns/

Kunst am Rande: Im Dieskauer Park sitzt dieser Angler und heißt „Der Optimist“ Die Skulptur ist von Ulrich Janku, und Herbert meint, der Titel sei angesichts der Brühe, in der da ‚geangelt‘ wird, gut gewählt. 😁

Irgendwann is denn auch mal Mittagszeit und wir essen vorzüglich asiatisch im „Koi“.

Diese Tageswanderung, im wahrsten Sinn des Wortes, hebt ihr Bestes bis zum Schluss auf: Wir wandern durch ein großes Naturschutzgebiet im ehemaligen Braunkohletageabbau. Zwei riesige Seen entstanden 1998 durch die Flutung mit dem Wasser der WeißenElster, einem Nebenfluss der Saale.
Die entstandenen Flussauenlandschaften sind erfüllt vom Geschnatter, Geschrei, Gepiepse und Gezwitscher tausender Wasser/Vögel.
Sehr beeindruckend. Entlang des Wallendorfer Sees nach Luppenau 🥾🥾mehr als eine Stunde lang. Mit Sonne. 🌞🌞🌞


Den letzten Abschnitt, bevor es entlang der Bundesstraße nach Merseburg geht, (daran führt leider kein Weg vorbei🙄) bildet dieser idyllische Waldpfad, mit unserem Lieblingsboden. DIE Erholung für müde Füße.

Leider haben wir kein Foto für Euch😉, wie wir erschöpft, aber glücklich in unsrer Pension in Merseburg einlaufen.
Ich sage nur: Dusche/ Bett- und Blog muss mal warten. Bin sicher Ihr versteht uns!

PS: sehe gerade, hab die Störche vergessen, die unser Herz in Döllnitz erfreuten.

Tag 9 – Von Löbejün nach Halle (Saale)

Darf ich vorstellen: Klein-Piepsie, das letzte seiner Art-Genoss/innen. Wie Herr Silbereisen mir heute morgen erzählte, hat ein dussliger Camper mit einem unzulässig betriebenen elektrischem Gerät das Netz auf dem gesamten Gelände überlastet, und so einen Stromausfall auch bei der Rotlichtversorgung der frischgeschlüpften Küken ausgelöst.

Alle Küken starben, nur Klein-Piepsie überlebte. Es scheint besondere Kräfte zu haben, sagen die Hauskatzen, und haben das Hühnchen ohne großen Antrag in ihrer Haus-und Hofgemeinschaft aufgenommen.
🐥👍👍👍

Zum ‚Städtele hinaus‘, bzw. am Stadttor von Löbejün vorbei zur Bushalte. Hier gabs nämlich für heute Sturmwarnung, also beschlossen wir kurzerhand- oder kurzenfußes- ein Kulturprogramm in Halle (Saale) einzulegen.

Ein ordentliches Kulturprogramm beginnt natürlich immer auf dem Marktplatz- mit einem schönen, heißen Caffee und vlt. einem Croissant..😋 Nebenbei werden die die örtlichen Gegebenheiten studiert, (auch hier heißt das Eiscafe „Venezia“) das geschäftig eilende Volk bestaunt(selbst ganz entspannt im Rentner/innen- Modus), und der Besuch irgendeiner Stätte der Wissensvermehrung erwogen. Wir entschieden uns für das ‚Landesmuseum für Vorgeschichte‘.

Sturm draußen und wilde Awaren drinnen. Herbert gefiel deren Bogenschießkunst besonders gut. Für mich sind das eher wilde Kerle (gewesen), ständig auf Kampf und Krieg aus.

Herbert: Mich hat das Bogenschießen schon immer fasziniert. Und mich begeisterte ein Video, in dem ein Nachfahre der Magyaren (einem nomadischen Reitervolk wie die Awaren) mit dem von Awaren benutzten Kompositbogen aus vollem Galopp nacheinander den Pfeil ins gleiche Ziel brachte.

Mir gefiel da eher der sinnende Neandertaler-frei nach Rhodin😉.
Ich bin völlig begeistert von dieser unglaublich detaillierten Nachbildung eines (frühen) Menschen. Die Haut, die Muskeln, die Narben und Häärchen sind wirklich lebensecht gestaltet, und dann hat der Künstler ihm noch diesen leichten Schalk ins Auge gezaubert. Wunderbar.

Hingegen in tiefste Dunkelheit gehüllt präsentiert sich uns das Prunkstück des Museums:

Die Himmelsscheibe von Nebra.

Wenn man/frau es geschafft hat durch das schwärzeste Nachtschwarz des Museums ohne zu fallen oder jemanden anzurempeln (alle schleichen und flüstern) vor die Himmelsscheibe zu treten, sind tatsächlich 4000 Jahre überbrückt, und ein tolles Kunstwerk bleibt ein tolles Kunstwerk, auch 4000 Jahre und länger.
Ich will Euch aber hier nicht mit Infos zu den einzelnen Artefakten langweilen, es gibt ja Google😉.

Zudem wartet das Museum noch mit einigen anderen spektakulären Exponaten auf, die entdeckt und bestaunt werden wollen. Also auf nach Halle (Saale)- nicht nur bei Sturm interessant.

PS. Es sind dennoch rund 10 km geworden, die wir per 🥾🥾 zurücklegten.

Tag 8 – Von Dessau zum Merbitzer Berg – Übernachtung im Schäferwagen

Der Bahnhof von Dessau zeichnet sich weder durch besondere Schönheit, noch durch eindeutige An- oder Aussagen, was die Abfahrtszeiten der Züge betrifft, aus. Niemand weiß nix, aber schließlich kommt sie doch- die RB- und wir klettern rein.

Das wird hier heute im Blog ne kurze Sache, denn wir haben bis auf ca 6km die Strecke per Bahn erledigt. Gibt also nicht viel zu erzählen.
Aber zu lästern👹:

Bis Baalberge nervte eine grässliche Mutter, die ihre kleine Tochter mit allergrässlichsten Videospielchen (vom Handy volle Lautstärke: quietschende und piepsende Geräusche und sogenannte „Kindersprache“) beschäftigte. 😡

Auf dem Höhepunkt meiner Agression konnten wir G.s.D. umsteigen.
Dann wieder was Nettes, nämlich die Eisenbahn-Spielwiese im Garten eines ehemaligen Bahnmitarbeiters (???) in Kleinmerbitz. Ich glaube, da ist detailgetreu eine (seine?) Bahnlinie aufgebaut. Der Zaun um diese liebevoll gestaltete kleine Welt ist obendrauf extra mit Schaumstoff ummantelt, dass man/ frau sich gemütlich drauflehnen kann, und für die Kleinen sind extra „Sichtfenster“ angelegt.
Das nenne ich mal gute Nachbarschaft. 👍👍👍

Die folgenden per 🥾 🥾 zu bewältigenden km waren gekennzeichnet durch Sehnsucht nach eisgekühlten Getränken und Neugier auf unsre Unterkunft im Schäferwagen. 2023 waren wir ja schonmal hier auf der Zeltwiese Löbejün – allerdings im Bungalow. Als wir diese tour jetzt planten, lag Löbejün nicht auf der Strecke, aber wir bekamen einen Gutschein zugesandt für 1 Übernachtung im Schäferwagen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und so wurde die Bahn eingeplant.

Bei unsrer Ankunft machte Herr Silbereisen (nein, nicht Florian😉) „noch schnell ein bißchen Honig“, um sich uns dann mit den ersehnten eiskalten Getränken zu widmen. Herbert lief noch ein kleines, gelbes Küken über den Weg, welches wohl zusammen mit der Katze im Haupthaus wohnt und da den Chef spielt. 🐥
(Hoffentlich seh ich das noch morgen früh- dann gibts natürlich ein Foto)
Sonst is nix mehr Aufregendes passiert. 😅

PS: Der Schäferwagen ist auch nicht viel kleiner, als das Zimmer gestern im „Creo- Hotel“, aber natürlich viel netter!
Schuhe aus, was trinken, “ sittn un kiekn“ vor der Hütte- alles Bestens.
Die Katze kommt zu Besuch, Herbert macht gleich Tee- ich kuck zu – bis morgen!

Tag 7 – Von Coswig nach Dessau

Es ist warm. T- Shirt-Wetter. Wir verlassen gut gelaunt unsre nette Gastgeberin und gehen ca. 2km bis zum Anleger an die Elbfähre.

Wie schon auf unsrer tour 2020 nehmen wir die Fähre über die Elbe, und wandern ab da ein ‚gutes Stück‘ an dieser entlang, im Landschafts Schutzgebiet Wörlitz-Oranienbaum. Dann das erste ‚Highlight‘ des Tages: Ein kleiner Teich am Wegesrand und seine Bewohner.


Wir haben uns jedenfalls köstlich amüsiert inmitten dieser lautstark übersprudelnden Lebenslust.

Unsre erste Pause dann im Wörlitzer Park, in der Nähe der Falknerei.

Die Falken (und die Frösche) haben auch Mittagspause und es ist so schön friedlich und ruhig und sommerlich-heiter um uns herum.
Wir sinds zufrieden☺️

Unsre heutige Strecke beläuft sich wieder auf 20 km, wir suchen also bald Schatten in den Elbauen. Was nicht immer gelingt. Dafür bieten die Elbauen unvergleichlich schöne Panoramen, die uns, oben auf dem Wall gehend (Wall könnte auch Deich heißen) quasi zu Füßen liegen.

Und auch das Rauhe Wallwachhaus, was uns schon 2020 so gut gefallen hat, finden wir wieder. (Hatte es ganz anders in Erinnerung- viel dunkler- damals hat’s geregnet..)

Denn erstens kommt es anders,

und zweitens- finden wir durch diese unvorhergesehene Störung den sonnendurchfluteten Weg in einen großen, stillen FriedWald.

Der Wald unterscheidet sich nicht von einem anderen Mischwald. Will sagen: niemand würde vermuten, dass hier doch einige Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. „Grabschmuck ist nicht gestattet, die Natur schmückt die Gräber..“ erläutert ein Foto am Waldrand. Nur kleine Täfelchen, relativ hoch an manchen Bäumen angebracht, zeigen die Grabstelle/n an.

Ich war noch nie in einem FriedWald und die Idee spricht mich sehr an.

Keineswegs traurig oder bedrückt gehen wir weiter und weiter und kommen so langsam unserer Unterkunft näher.

Man/frau weiß ja nicht immer so genau, warum ein Tag schwierig und ein anderer so leicht und harmonisch verläuft.
Dieser 21.Mai 2023 hat uns froh und zuversichtlich gemacht und ganz sicher hat die üppig blühende Natur den größten Anteil daran.

Tag 6 der Tour zum Hainich – Abhängen in Coswig (Anhalt)

Das Wetter ist kühl und windig, als wir morgens losziehen, um uns Coswig anzusehen. Natürlich haben wir uns auf der Website der Stadt umgesehen und erfahren, dass alles, was unmittelbar in der Stadt zu sehen ist, an der Schlossstraße liegt: Schloss, Rathaus, Simonetti-Haus und die „Unterfischerei“.

Dieses Wohngebiet gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten der Stadt. Die Ober- und Unterfischerei wird durch eine Stützmauer getrennt, die das Abrutschen dieses Gebietes in die Elbauen verhindert.

Hier ist auch die „Kleine Straße“ zu finden, die eine der ältesten Straßen der Stadt ist.

Das Stadtbild in der Nähe des Rathauses und des Schlosses ist geprägt von Bürgerhäusern im Fachwerkbau, die unterschiedlich gut erhalten sind. Hier eines der Schöneren…

Ganz gut in Schuss ist das Rathaus, neu erbaut um 1560. Das Rathaus besaß nicht nur Bedeutung für die Aufbewahrung städtischer Akten, sondern enthielt auch die Musketen der Bürgerwehr und – fast noch wichtiger – das amtliche Biermaß.


Schloss und Simonettihaus sind ziemlich heruntergekommen und wirken bei dem trüben Wetter noch unansehnlicher. Keine Lust, das in Pixel zu bannen. Fotos davon gibts im Netz, allerdings sehr geschönt.

Wer weiß denn sowas?

Hab mich schon öfter gefragt, was das wohl für Mini-Maulwurfshügel seien, auf’m Boden- in den Ritzen und Fugen von Asphalt, Pflastersteinen und Co. WER buddelt denn all die winzigen Löchlein und warum? Hatte eine Spinne im Verdacht, aber g.d.g. (gestern durch googeln) die wahren Täterinnen gefunden.
Lest selbst- und kehren dürft Ihr. Über Grabwespen und Hosenbienen

Tag 5 – Von Wittenberg nach Coswig (Anhalt)

Wenn Wünsche in Erfüllung gehn..Danke, Sibylla 🙏 🙏 : Heute war tatsächlich ein wunderbar ruhiger, sonniger und heiterer Tag.

Los ging’s daher ganz entspannt bummelnd durch die Wittenberger Altstadt Richtung Bahnhof, Erinnerungen austauschend („In dem Haus war 2020 doch noch ein Waffenladen, oder?“ „Ne,ne- der Laden da stand damals schon leer- du verwechselst die Städte!“ 🙄) Kann schon mal passieren.🤭

Eigentümliche Zusammenstellungen wurden natürlich entsprechend gewürdigt, wie diese rot- geflutete Welt im Spiegel:

Herbert:“ Die große Niete ist wahrscheinlich Berlin“. 😳

Heute also eine kurze Zugfahrt Richtung Coswig, wo wir – wie schon 2020 – in einer besonders netten Unterkunft wieder Logis finden.
Falls Ihr mal in der Gegend seid: Feriewohnug in der Altstadt

Aber natürlich vorher noch ein bisschen wandern! Ich darf verraten: Die rundum schmerzfreien 11 Kilometer (keine Idioten, kein Rückenweh) erledigten sich heute wie von selbst!

Elbe/ Grieboer Schweiz

Der Name „Griebo“ stammt übrigens aus dem Wendischen und bedeutet: „Ort, an dem Pilze wachsen.“ Wir fanden zwar keine Pilze, dafür aber unsren Weg- manchmal sogar virtuell. 😉

Es wurde uns immer wärmer-ums Herz. Sachsen Anhalt zeigt sich hier in der Grieboer Schweiz wirklich von seiner lieblichen Seite. Und so ließen wir uns Zeit, schlenderten geradezu dahin und posierten unglaublich lässig an alten Brückengeländern. ☺️

Und trafen noch vor Coswig auf eine entzückende Entenkükenbande, die in der Sonne zum flauschigsten Entenkükenstern der Welt zusammenrückten.

Das ging sich so leicht heute 🥾 🥾, so schnell – auf einmal waren wir auch schon da, in Coswig, und der Nachmittag hatte noch gar nicht angefangen.

Klar, der Weg ist das Ziel.Der Weg ohne Dösköppe und Auas ist aber …..Was meint Ihr? Schreibt mal!